Stimmungsvolle und cinematatische Porträts zu schaffen, ist etwas, das die Fotografin Elisha Knight bis ins Detail beherrscht.
In diesem Videotutorial erklärt Elisha ihren Ansatz mit leicht nachzuvollziehenden Lichtsetups und Farbgebungsprozessen. Mit einigen hilfreichen Tipps und Tricks unterwegs wird es Ihnen sicher dabei helfen, Ihrer nächsten Porträtsession einen Hauch klassischer Filmästhetik zu verleihen.
Ein cinematatisches Porträt kann alles sein.
Für mich geht es darum, durch das Motiv eine Geschichte zu erzählen und dabei bewusst mit Licht, Farbe und Komposition zu arbeiten. Ich fühle mich zu Bildern hingezogen, die dunkler und dramatischer sind – etwas, das oft als cinematatisch bezeichnet wird.
Ich habe vor Kurzem damit begonnen, Farbtemperaturen zu mischen, um natürliches Licht nachzuahmen. Natürliches Licht hat nie nur eine einzige Farbe. Wenn man an Fensterlicht denkt, kommen wärmere Töne vom Sonnenlicht und kühlere Töne vom Himmel sowie vom Gras oder Beton. Ich experimentiere damit noch immer, aber das Mischen von Farbtemperaturen verleiht dem Licht eine schöne zusätzliche Dimension.
Ich hatte mich mit dem üblichen Ein-Licht-Setup, das ich verwendet habe, ziemlich gelangweilt und wollte mit Möglichkeiten experimentieren, dieses einfache Setup weiterzuentwickeln. Ich habe einfach immer weiter verschiedene Dinge mit dem Lichtformer ausprobiert, zum Beispiel die Diffusion leicht abzuziehen, um aus einer einzigen Lichtquelle ein paar unterschiedliche Lichtqualitäten herauszuholen.
Ich begann außerdem, Dinge wie Seidenpapier, Weingläser oder eine Plastiktüte vor dem Objektiv zu verwenden, um interessante Unschärfe- oder Glow-Effekte direkt in der Kamera zu erzeugen.
Es war eine unterhaltsame Art, meiner Arbeit neues Leben einzuhauchen.
Die Techniken, die ich im Studio nutze, lassen sich auch on location einsetzen. Oft gehe ich in ein Shooting und versuche, die vorhandene Lichtstimmung im Raum nachzuahmen und zu verstärken – ob vor einem Hintergrund oder nicht. Dasselbe gilt draußen in der Sonne. Normalerweise blocke ich die Sonne vom Motiv ab, indem ich das Licht und den Lichtformer nutze, die ich als Hauptlicht einsetze, und halte die Intensität dabei natürlich.
Annie Leibovitz ist eine riesige Inspiration. Ihr Licht ist ikonisch und zugleich subtil. Es ist etwas, das man umso mehr schätzt, je mehr Erfahrung man sammelt. Ich liebe, wie sie innerhalb eines so stilisierten Porträts echte, glaubwürdige Ausdrücke einfangen kann.
Mein persönlicher Stil hat sich über eine lange Zeit entwickelt. Muster beginnen sich abzuzeichnen, je mehr man seinem Instinkt folgt.
Farbe spielt seit Anfang an eine enorme Rolle in meiner Arbeit. Welche Richtung ich bei einer Farbgestaltung einschlage, hängt vollständig davon ab, was sich vor der Kamera befindet. Alles spielt eine Rolle: vom Hautton des Motivs über die Garderobe und das Make-up bis hin zum Hintergrund, den ich auswähle.
Im Laufe der Zeit habe ich eine Handvoll grundlegender Farbprofile entwickelt. Es sind Presets, die sich hervorragend eignen, um schnell verschiedene Looks auszuprobieren. Und wenn man einen gefunden hat, der funktioniert, kann man von dort aus weiterarbeiten.
Falls sich jemand für diese grundlegenden Presets interessiert: Ich verkaufe sie auf meiner Website.
Für alle, die gerade erst mit Studio-Licht beginnen: Halten Sie es einfach. Lernen Sie zuerst, ein einziges Licht zu beherrschen, und experimentieren Sie von dort aus weiter.
Licht sollte Spaß machen – genießen Sie es also.